Wilde Magie

Kapitel 1: Wilde Magie

Wilde Magie ist etwas, vor dem man Respekt haben muss. Ein schiefgegangener Zauber ist ungelenkte Kraft. Sie hat keine Intelligenz, sie ist eine Naturgewalt.

Niemand weiß genau, wie sich diese wilde Magie manifestiert. Nur selten ist es ein einfacher Lichteffekt, der einer Aurora Borealis gleich das unmittelbare Gelände erleuchtet. Meistens gleicht sie eher einem Kugelblitz — zerstörerisch, unberechenbar, tödlich.

Entsprechend vorsichtig ist Alexander auch, als er sich der Magie nähert, die alles ist, was von dem schiefgegangenen Ritual eines möchtegern-Hexenzirkels übrig geblieben ist.

Er muss der Magie eine Ableitung zur Verfügung stellen, ohne sich selbst dabei zu sehr zu exponieren.

Als erstes schafft er eine Verbindung zu einem magischen Speicher. Hier kann er die Energie aufnehmen und später einem besseren Zweck überführen.

In einem zweiten Schritt, belegt er sich selbst mit isolierenden Schutzzaubern. Sie sind nur von kurzer Dauer. Aber er hat nicht vor, lange zu brauchen. Entweder er fängt die wilde Magie ein, oder sie wütet weiter und richtet deutlich größeren Schaden an als bisher.

Zwei Meter, dann steht er der Kugel gegenüber, die ihm entgegenleckt, die Luft nach Zitrone riechen lässt und seine Ohren mit Schlagermusik malträtiert.

Ein beherzter Zug an ihrer Struktur — und sie fließt friedlich ab, direkt in den magischen Speichern.

Alexander wischt sich den Schweiß von der Stirn und steckt das kleine Artefakt wieder in seine Tasche. Es ist nur etwas warm geworden.

Das hätte auch ganz anders ausgehen können.